Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht werden eine oder mehrere geschäftsfähige, vertrauenswürdige Personen beauftragt, rechtsverbindliche Entscheidungen zu treffen, wenn der Vollmachtgeber dies selbst nicht mehr kann.

Voraussetzung ist, dass der Vollmachtgeber zum Zeitpunkt der Vollmachtserteilung voll geschäftsfähig ist und die Folgen und Tragweite seines Handelns erkennen kann.

Die Vorsorgevollmacht gilt ab einem vorher bestimmten Zeitpunkt und kann an festgelegte Bedingungen geknüpft sein. ( z.B. Wirksamwerden erst bei eigener Geschäftsunfähigkeit o.ä.)

Sie ist nicht an eine bestimmte Form gebunden.
Aus Gründen der Beweiskraft wird empfohlen, sie schriftlich abzufassen.

Eine Beglaubigung, bzw. notarielle Beurkundung ist nur erforderlich, wenn größeres Vermögen zu verwalten ist oder Grundbuchangelegenheiten zu regeln sind. Wenn Unstimmigkeiten in der Familie oder bei potentiellen Erben zu erwarten sind, empfiehlt sich die Beglaubigung ebenfalls.


Wichtig: (Nur) Wer das Original einer Vollmacht in den Händen hält, kann handeln.
Aus diesem Grund ist der Aufbewahrungsort wichtig. Es sollte dafür Sorge getragen sein, dass die Vorsorgevollmacht dem Berechtigten dann zur Verfügung steht, wenn sie benötigt wird.

Einige abschließende Hinweise:

Die VV kann jederzeit vom Vollmachtgeber widerrufen werden, solange dieser geschäftsfähig ist. Ist dies nicht mehr der Fall, so kann das Amtsgericht eingeschaltet werden, wenn der Widerruf i. Interesse des Vollmachtgebers liegen würde.
 
Vollmachten sind Vertrauenssache. Alle Rechtsgeschäfte, die aufgrund einer Vollmacht getätigt werden, werden nicht von dritten Personen überprüft. Dies hat den Nachteil, dass Vertrauensbruch/ Veruntreuung nicht oder nicht so schnell auffallen.

Weiterführende Links

Zentrales Vorsorgeregister: www.elrv.info


Publikationen zur Vorsorgevollmacht: www.bmj.bund.de